Kassensystem mit Warenwirtschaft für Supermärkte: Was ERPNext leistet und was es kostet

Kasse, Lager, Einkauf und Buchhaltung in einem System: Erfahrungen aus Supermärkten mit 1.300 Bons am Tag, Offline-Betrieb und Kosten.

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Wer einen Supermarkt oder ein Lebensmittelgeschäft führt, kennt das Problem: Die Kasse ist ein System, die Warenwirtschaft ein zweites, die Buchhaltung läuft beim Steuerberater, und die Bestände auf dem Papier stimmen nie mit dem Regal überein. Dieser Beitrag zeigt, wie ERPNext Kasse, Lager, Einkauf und Buchhaltung in einem System zusammenführt, was das im Alltag verändert, was für eine Kasse in Deutschland zusätzlich gilt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Die Zahlen stammen aus Supermärkten, die wir mit ERPNext betreiben.

Was ein Kassensystem mit Warenwirtschaft können muss

Eine Kasse, die nur bonieren kann, ist heute zu wenig. Für einen Supermarkt mit einigen tausend Artikeln müssen mindestens diese Dinge zusammenspielen:

  • Schnelles Scannen mit Barcode-Scanner, Waagenartikeln und Mehrfach-Barcodes je Artikel (Stück, Packung, Karton).
  • Offline-Betrieb: Fällt das Internet aus, muss die Kasse weiterlaufen und die Belege später nachbuchen.
  • Schichtabschluss mit Kassenübergabe, Soll-Ist-Vergleich und einem Beleg, der Differenzen sichtbar macht.
  • Bestandsführung in Echtzeit: Jeder Bon reduziert den Bestand, jeder Wareneingang erhöht ihn. Inventur über das Smartphone statt mit Zettel.
  • Preislisten und Aktionen zentral gepflegt, Etiketten direkt gedruckt.
  • Einkauf mit Bestellvorschlägen aus Abverkauf und Mindestbestand.
  • Ein Bericht jeden Morgen: Umsatz, Marge, Kassendifferenzen, Renner und Ladenhüter.

ERPNext bringt Lager, Einkauf und Buchhaltung von Haus aus mit. Die Kassenoberfläche kommt als Open-Source-Erweiterung dazu und lässt sich an den Ablauf im Laden anpassen.

So sieht das in einem echten Supermarkt aus

In einem von uns betreuten Supermarkt laufen drei Kassen mit rund 1.300 Kassenbons pro Tag über ERPNext, bei etwa 16.000 gelisteten Artikeln. Ein paar Beobachtungen aus dem Betrieb:

Offline ist keine Ausnahme, sondern Alltag. Das Internet fällt in manchen Regionen mehrmals pro Woche aus. Die Kasse speichert die Belege lokal und überträgt sie, sobald die Verbindung zurück ist. Wichtig ist, dass dabei Datum und Uhrzeit des Verkaufs erhalten bleiben, sonst landen alle Belege beim nächsten Sync auf dem falschen Tag.

Der Schichtabschluss entscheidet über die Kassendifferenz. Bevor wir den Abschluss mit Kassenübergabe eingeführt haben, lagen die Differenzen bei mehreren Prozent des Tagesumsatzes. Mit einem festen Ablauf, bei dem der Kassierer den Bargeldbestand zählt und das System die Differenz sofort ausweist, sinkt das deutlich. Nicht, weil die Technik zählt, sondern weil jeder weiß, dass gezählt wird.

Marge ist nicht gleich Marge. Wer Kartons einkauft und Stück verkauft, bekommt schnell falsche Margen, wenn das System die Mengeneinheit nicht sauber umrechnet. Wir prüfen das bei der Einführung als Erstes.

Der Morgenbericht ersetzt das Nachfragen. Um sechs Uhr steht die E-Mail mit Umsatz, Rohertrag, Kassendifferenzen je Kasse und den zehn meistverkauften Artikeln im Postfach der Inhaber. Das ist die Funktion, die am meisten genutzt wird.

Kasse in Deutschland: ohne TSE geht es nicht

In Deutschland muss jede elektronische Kasse ihre Buchungen über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung absichern, kurz TSE. Das regelt § 146a der Abgabenordnung zusammen mit der Kassensicherungsverordnung. Dazu gehören außerdem:

  • die Belegausgabepflicht: Zu jedem Verkauf wird ein Beleg erstellt und dem Kunden angeboten, auf Papier oder elektronisch.
  • der DSFinV-K-Export, über den die Kassendaten bei einer Prüfung an das Finanzamt gehen.
  • die Mitteilung der Kassen an das Finanzamt, seit 2025 elektronisch über ELSTER.

ERPNext und die Kassenoberfläche bringen keine zertifizierte TSE mit. Für einen Laden in Deutschland wird deshalb eine TSE angebunden, meist als Cloud-TSE eines zertifizierten Anbieters. Der Supermarkt, aus dem die Zahlen oben stammen, liegt nicht in Deutschland und braucht keine TSE. Wenn Sie in Deutschland verkaufen, klären wir die TSE-Anbindung vor der Einführung und weisen ihre Kosten gesondert aus. Was alles dazugehört, erklärt der Beitrag ERPNext als Kassensystem in Deutschland.

Was kostet ein Kassensystem mit ERPNext?

ERPNext ist Open Source, es gibt keine Lizenzgebühren pro Kasse oder Nutzer. Kosten entstehen für die Einführung und den Betrieb:

  • Einführung eines Standorts mit Standardmodulen ab 5.000 €. Enthalten sind Artikelübernahme, Kassenkonfiguration, Etikettendruck, Schulung und 30 Tage Begleitung nach dem Start.
  • Betrieb in unserer Cloud 99 € pro Monat: Hosting in der EU, tägliche Sicherung, Updates und Überwachung.
  • Hardware wie Scanner, Bondrucker und Kassenladen kaufen Sie frei am Markt. ERPNext läuft im Browser, ein normaler PC oder ein Tablet reicht.
  • TSE für Kassen in Deutschland: Die Lizenz des TSE-Anbieters kommt pro Kasse hinzu und wird meist laufend abgerechnet.

Für Ketten mit mehreren Filialen, eigenen Preisregeln und Schnittstellen zur Bank oder zum Lieferanten liegt die Einführung zwischen 10.000 und 20.000 €.

Für wen sich das lohnt

Für einen Kiosk mit 300 Artikeln ist ERPNext zu groß. Ab einem Laden mit mehreren tausend Artikeln, eigenem Einkauf und mehr als einer Kasse rechnet sich ein integriertes System schnell: Die Inventur dauert Stunden statt Tage, Bestellungen basieren auf echten Abverkäufen, und die Buchhaltung bekommt fertige Buchungen statt Kassenzettel.

Wenn Sie sehen möchten, wie das in einem laufenden Supermarkt aussieht, zeigen wir es Ihnen in einer halben Stunde. Live-Demo anfragen oder direkt die Preise ansehen.

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AR
Alimerdan Rahimov

Betreibt acht ERPNext-Systeme im laufenden Betrieb, darunter einen Supermarkt mit 1.300 Bons am Tag, einen Großhändler mit 90.000 Rechnungen im Monat und einen Fitnessclub mit 1.270 Mitgliedern. Richtet ERPNext ein, entwickelt die Werkzeuge dazu und ist selbst der Ansprechpartner.