ERPNext als Kassensystem in Deutschland: TSE, Belege und Kassenmeldung
ERPNext bringt eine Kasse mit, und mit einer Open-Source-Kassenoberfläche lässt sich auch ein Supermarkt mit mehreren Kassen betreiben. Für eine Kasse in Deutschland reicht das allein aber nicht. D
ERPNext bringt eine Kasse mit, und mit einer Open-Source-Kassenoberfläche lässt sich auch ein Supermarkt mit mehreren Kassen betreiben. Für eine Kasse in Deutschland reicht das allein aber nicht. Das Gesetz verlangt eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung, bestimmte Angaben auf jedem Beleg, einen einheitlichen Datenexport und die Meldung der Kasse beim Finanzamt. Dieser Beitrag erklärt, was ERPNext davon von Haus aus leistet, was angebunden werden muss und worauf Sie vor der Einführung achten sollten. Er ersetzt keine steuerliche Beratung.
Was das Gesetz verlangt
Seit 2020 gilt für elektronische Kassen in Deutschland § 146a der Abgabenordnung, konkretisiert durch die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV). Die wichtigsten Pflichten:
- TSE: Jeder Kassenvorgang wird über eine vom BSI zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung abgesichert, damit spätere Änderungen erkennbar sind.
- Belegausgabepflicht: Zu jedem Vorgang wird ein Beleg erstellt und dem Kunden zur Verfügung gestellt, auf Papier oder elektronisch.
- DSFinV-K: Die Kassendaten müssen in einem einheitlichen Format exportiert werden können, etwa für eine Kassen-Nachschau oder eine Betriebsprüfung.
- Mitteilungspflicht: Kassen und TSE werden dem Finanzamt gemeldet. Seit 2025 geht das elektronisch über Mein ELSTER. Neu angeschaffte Kassen müssen innerhalb eines Monats gemeldet werden.
- Verfahrensdokumentation: Wie die Kasse eingerichtet ist und bedient wird, muss nach den GoBD beschrieben sein.
Wer gegen die TSE-Pflicht verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 € nach § 379 der Abgabenordnung.
Was ERPNext mitbringt und was nicht
ERPNext deckt den kaufmännischen Teil ab: Artikel, Preise, Bestand, Zahlarten, Schichtabschluss und die Buchhaltung dahinter. Jeder Verkauf wird als gebuchter Beleg gespeichert, der sich nicht nachträglich überschreiben lässt. Korrekturen laufen über Storno- und Rückgabebelege.
Nicht enthalten sind:
- eine zertifizierte TSE und die Absicherung jedes einzelnen Vorgangs,
- die TSE-Angaben auf dem Beleg: Seriennummer, Signaturzähler, Transaktionsnummer, Zeitpunkt von Vorgangsbeginn und Vorgangsende sowie der Prüfwert,
- der DSFinV-K-Export.
Diese Teile müssen angebunden oder ergänzt werden, bevor die Kasse in Deutschland in Betrieb geht.
Cloud-TSE oder Hardware-TSE
Es gibt zwei Bauformen. Eine Hardware-TSE steckt als USB-Stick oder Speicherkarte am Kassengerät. Für eine Kasse, die im Browser läuft, ist das umständlich, weil zwischen Browser und Modul ein lokales Zusatzprogramm nötig ist. Eine Cloud-TSE wird über eine Schnittstelle im Internet angesprochen und passt deshalb besser zu ERPNext.
Dafür braucht die Absicherung eine Verbindung zum Anbieter. Fällt die TSE aus, darf die Kasse weiterlaufen, aber der Ausfall muss dokumentiert werden und auf den Belegen erkennbar sein. Wer eine unzuverlässige Internetleitung hat, sollte das vor der Wahl der TSE klären.
Worauf Sie vor der Einführung achten sollten
- TSE-Anbieter und Kosten klären, bevor die Kasse eingerichtet wird. Die Lizenz fällt je Kasse an.
- Bondruck prüfen: Der Beleg muss alle Pflichtangaben tragen, auch den Prüfwert, zum Beispiel als QR-Code.
- Verhalten bei Ausfällen festlegen: Was passiert, wenn Internet oder TSE nicht erreichbar sind?
- DSFinV-K-Export testen, bevor ihn das Finanzamt anfordert.
- Kassen melden und die Verfahrensdokumentation schreiben.
- Steuerberater einbeziehen, denn er kennt die Anforderungen Ihres Betriebs.
Wie wir damit umgehen
Unsere Kassensysteme mit ERPNext laufen heute bei Kunden außerhalb Deutschlands, wo keine TSE-Pflicht gilt. Für einen Kunden in Deutschland planen wir die TSE-Anbindung, den Bondruck und den DSFinV-K-Export als eigenen Teil der Einführung, testen alles vor dem Start und weisen die Kosten gesondert aus. Im Erstgespräch sagen wir Ihnen offen, was davon fertig ist und was erst entwickelt werden muss.
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Alimerdan Rahimov
Betreibt acht ERPNext-Systeme im laufenden Betrieb, darunter einen Supermarkt mit 1.300 Bons am Tag, einen Großhändler mit 90.000 Rechnungen im Monat und einen Fitnessclub mit 1.270 Mitgliedern. Richtet ERPNext ein, entwickelt die Werkzeuge dazu und ist selbst der Ansprechpartner.
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